Kirchengebäude

Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist ein Rotundenbau, ein Baukörper auf kreisförmigen Grundriss, mit einem flachen, kaum in Erscheinung tretenden Kegeldach und einer einheitlichen Gliederung. Die Fenster sind von Spitzbögen überfangene Rundbogenfenster. Auffallend sind der stark hervortretende ionische Säulenportikus und ein im Giebel antikisierendes Figurenrelief mit den Kardinaltugenden Glaube, Liebe und Hoffnung sowie den Knaben-Symbolfiguren.

Aus der Festschrift zur 800-Jahr-Feier der Pfarrkirche St. Nikolaus

Kirche außen

Die Malerei auf Holz über dem Portal trägt den Schriftzug „Domus Dei Porta Coeli“, das bedeutet „Haus Gottes, Tor des Himmels“. Seitlich des Portals befinden sich in Rundbogennischen Figuren des Heiligen Petrus und des Heiligen Paulus. Zwischen den seitlichen Choranbauten befindet sich der ursprünglich freistehende Turm mit einer dreizonigen frühhistorischen Gliederung: Einer Sockelzone mit Putzquaderung, ein Glocken- und Uhrgeschoss – jeweils mit Eckpilastern und rundbogigen Schallfenstern – sowie darüber ein Konsolgesims. Den Abschluss bildet ein flaches Zeltdach.

Innenraum

Der kreisrunde Zentralraum mit einer Flachkuppel ist durch korinthische Pilaster und ein umlaufendes Gebälk gegliedert. Die konkav geschwungene Orgelempore steht auf korinthischen Säulen. Der in einem Korbbogen geöffnete Chor ist tonnengewölbt und rechteckig mit abgeschrägten Ecken.

Einrichtung und Ausstattung

Seit 1882 schmückt das Christuskreuz, eine Nachbildung des im Jahre 1945 beim Brand von St. Stephan fast völlig zerstörten Lettnerkreuzes, die Altarapsis. Das ursprüngliche Hochaltarbild mit der Darstellung des Hl. Nikolaus, dem die Kirche geweiht ist, befindet sich heute an der rechten Seite der Kirche. Es ist bezeichnet mit Johann Höfel 1821 und mit einer Stifterinschrift versehen. Das Bild an der linken Wand zeigt die Madonna mit der Hl. Elisabeth und dem Johannesknaben. Es stammt ebenfalls von Johann Höfel aus der Zeit um 1821. Bei den beiden Plastiken, jeweils seitlich in der Mitte des Kirchenraums, handelt es sich um die Heilige Dreifaltigkeit aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und um Maria Immaculata mit Engelsköpfen (um 1680) – beide auf Volutenkonsolen.

Die Orgel in der Kirche St. Nikolaus

1945 wurde die über 100 Jahre alte Orgel durch Bombentreffer stark beschädigt. Zum 800-Jahr-Pfarrjubiläum 2017 wurde die Orgel in die Kirchenrenovierung einbezogen und von der Orgelbaufirma Rohlf mit viel Liebe wieder instandgesetzt und komplettiert. Die rein mechanische Orgel mit 16 Registern sorgt in Verbund mit dem bemerkenswerten Kirchenraum für eine einzigartige Akustik für wunderschöne Orgelkonzerte.

Steintaufbecken mit vergoldeter Holzplastik-Gruppe

Bemerkenswert ist auch das Steintaufbecken aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit der vergoldeten Holzplastik-Gruppe „Taufe Christi“ aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts. Es befindet sich seit der Renovierung von 2017 in der Kapelle.

Kirchenfenster

In den Jahren 1980 bis 1981 gestaltete Prof. Anton Lehmden die sechs Fenster der Kirche neu. Er bediente sich dabei alter christlicher Symbole:

Ähren und Traube als Brot und Wein sind Elemente der Eucharistie. Der Fisch galt den frühen Christen als Geheimformel für Christus und steht für Jesus, Christus, Gottes Sohn, Erlöser. Der brennende Dornbusch mit der Feuerflamme versinnbildlicht die Offenbarung Gottes an Mose (Ex 3,2). Die Arche Noah ist ein altes Symbol für die Kirche in der Zeit. Dieses Schiff wird nicht ziellos und willkürlich getrieben, sondern hat einen klaren Leitstern – Jesus Christus. Das Bild der Schilfrohre bezieht sich auf die Messiasankündigung beim Propheten Jesaja: „Das geknickte Rohr wird er nicht brechen.“ (Jes 42,3)

Kreuzweg

Der Kreuzweg wurde von Professor Anton Lehmden gemalt und umfasst fünfzehn Stationen. Eine Broschüre mit hochwertigeren Fotos des Kreuzweges ist in der Kirche erwerbbar.

Der Leidensweg Jesu und der Leidensweg der Menschen – beide lassen sich nicht voneinander trennen! So hat der Künstler Professor Anton Lehmden in eindrucksvoller Weise eine zeitgemäße aber auch zeitlose Aussage über das Leiden Jesu Christi und der Menschheit in seinen Bildern geschaffen.

Auferstehung – die 15. Kreuzwegstation

Der klassische Kreuzweg mit seinen vierzehn Stationen wurde um eine fünfzehnte Station mit dem Thema „Auferstehung“ bereichert. Wenn Jesus zu den Emmausjüngern sagt: „Musste der Messias nicht dies alles erleiden und so in seine Herrlichkeit eingehen“, so hat Christus dem Leiden einen anderen Stellenwert gegeben (Lk 24,26). Professor Anton Lehmden dazu: „Mit dieser fünfzehnten Station wird aber auch deutlich, dass unser Glaube vom Ostergeschehen her ganz wesentlich geprägt ist. Ein Maler, der sich mit dem Thema des Kreuzweges auseinandersetzt und auch einen herstellt, muss sich dieses Geschehen gänzlich vergegenwertigen, so als ob es vor zwei oder drei Jahren geschehen wäre. Eine Dokumentation eines nachempfundenen Geschehens. Das Dramatische und Unmenschliche sollte sich nicht mit der Zeit verlieren. So wie das schreckliche Kriegsgeschehen immer Aktualität besitzt, so auch die Qual und Vernichtung einer einzelnen Existenz. Das ist jenseits von jedem Zeitmaß.“

„Es fällt ein helles Licht der Freude und der Dankbarkeit auf dieses große Werk unseres europaweit bekannten Malers und Graphikers der Wiener Schule des phantastischen Realismus.“
Kardinal König, am 19. März 2000 bei der Segnung des von Anton Lehmden gestalteten Kreuzwegs.