{"id":952,"date":"2020-03-08T08:28:00","date_gmt":"2020-03-08T07:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/?p=952"},"modified":"2021-01-30T19:21:02","modified_gmt":"2021-01-30T18:21:02","slug":"eine-klare-sicht-bekommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/?p=952","title":{"rendered":"Eine klare Sicht bekommen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-small-font-size\">Aus der Predigt in der Wortgottesfeier am 8. M\u00e4rz 2020 von Ulrike Heimhilcher-Dohnal<\/p>\n\n\n\n<p><em>Gedanken zur Verkl\u00e4rung Jesu (Mt 17,1\u20139) <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im Religionsunterricht habe ich einer zweiten Klasse Gymnasium die Geschichte von Mose und dem brennenden Dornbusch erz\u00e4hlt. Und pl\u00f6tzlich hat einer der Buben gesagt: Das ist eine wundersch\u00f6ne Geschichte und ich glaube Ihnen auch jedes Wort. Aber bei mir hat sich Gott noch nie gemeldet. Warum h\u00f6rt man heute nichts von Gott, warum sind diese Sachen alle nur fr\u00fcher passiert?<\/p>\n\n\n\n<p>An dieses Statement, an diese Frage habe ich wieder gedacht, als ich das heutige Evangelium von der Verkl\u00e4rung Jesu gelesen habe. Warum habe ich noch nichts Vergleichbares erfahren? Warum passiert so etwas nicht uns?  W\u00fcrde uns eine solche Erfahrung verwandeln? W\u00fcrden die anderen es uns  anmerken &#8211; an der Art und Weise, wie wir von Gott und Jesus reden?  W\u00fcrden wir anders durchs Leben gehen? <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die J\u00fcnger war dieses Erlebnis der Verkl\u00e4rung Jesu am Berg jedenfalls eine kurze Atempause in einer sehr herausfordernden Phase ihrer J\u00fcngerschaft: Gerade noch hat Petrus versucht Jesus davon abzuhalten, nach Jerusalem zu gehen. Er will Jesus vor seinem bereits offensichtlichen Schicksal bewahren. F\u00fcr dieses Ansinnen wird er von Jesus aber scharf zurechtgewiesen: \u201eTritt hinter mich, du Satan! Du willst nicht, was Gott will!\u201c, sagt Jesus zu ihm.  <\/p>\n\n\n\n<p>Und nach der Verkl\u00e4rung zur\u00fcck vom Berg herunter und wieder bei den Menschen, versuchen die J\u00fcnger ein Kind zu heilen. Erfolglos. Als sie Jesus ihr Scheitern eingestehen, h\u00e4lt der ihnen ihren Kleinglauben vor. So beeindruckend die Erfahrung mit Jesus auf dem Berg f\u00fcr sie auch war, so schnell holt der Alltag aber die J\u00fcnger auch wieder ein. <\/p>\n\n\n\n<p>Und das ist doch schon eine Gemeinsamkeit, die wir mit den J\u00fcngern haben. Mag ein Erlebnis, eine Erfahrung noch so bezaubernd, so ber\u00fchrend gewesen sein, die M\u00fchen und die Monotonie des Alltags lassen sie oft schnell zur Erinnerung verblassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine zweite Gemeinsamkeit zwischen den J\u00fcngern und uns:  Wenn unsere Faszination und Begeisterung so gro\u00df, so erf\u00fcllend ist, dann hoffen und w\u00fcnschen wir, dass dieses Gl\u00fcck ewig andauert. So ist auch das Angebot des Petrus zu verstehen. Er m\u00f6chte drei H\u00fctten bauen: Jesus, Mose und Elija sollen bei ihnen, den J\u00fcngern, bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann das Erschrecken und die Ehrfurcht als sie zu begreifen beginnen, dass bei Gott, dass mit Jesus alles nochmals anders ist, als sie bisher geglaubt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr fromme Juden wie die J\u00fcnger Jesu waren Moses und Elija die gro\u00dfen Autorit\u00e4ten ihres Glaubens: Mose der H\u00fcter der 10 Gebote und der Prophet Elija der Vorbote des Messias. Aber pl\u00f6tzlich sind Moses und Elija weg und \u201esie sahen niemanden au\u00dfer Jesus allein\u201c \u2013 wie es im Text hei\u00dft. Das wei\u00dfe Licht in dem Jesus erstrahlt und die Stimme Gottes, helfen ihnen klarer zu sehen. \u201eEine klare Sicht bekommen\u201c &#8211; das ist es ja, was im Wort \u201eVerkl\u00e4rung\u201c steckt:  Das Geheimnis Jesu, seine Person, seine N\u00e4he zu Gott sind gr\u00f6\u00dfer als die von Mose und Elija. Dieser Gedanke, diese Erkenntnis war f\u00fcr die J\u00fcnger sicher nicht leicht zu begreifen. Und reden k\u00f6nnen und sollen sie auch nicht dar\u00fcber, wie es Jesus ihnen ja auftr\u00e4gt. Dennoch gehen Sie mit Jesus wieder den Berg hinunter und dann etwas sp\u00e4ter nach Jerusalem. <\/p>\n\n\n\n<p>So manches aus der Erz\u00e4hlung von der Verkl\u00e4rung Jesu am Berg kennen wir also doch auch aus unserem Leben und unserem Glauben. Wir kennen die gro\u00dfe Sehnsucht nach dem Mehr und die schnelle Ern\u00fcchterung im Alltag. Wir sp\u00fcren das Erschrecken und die Ehrfurcht vor der N\u00e4he Gottes. Wir w\u00fcnschen, dass Momente des Gl\u00fccks ewig dauern m\u00f6gen. Es f\u00e4llt uns schwer vertraute Vorstellungen aufzugeben und dann gewinnen wir pl\u00f6tzliche doch eine klare Sicht und eine neue Erkenntnis. Und wie schwer tun wir uns \u00fcber das, was uns im Innersten bewegt, miteinander zu reden! <\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zur Sch\u00fclerfrage vom Anfang. Ich habe ungef\u00e4hr so geantwortet: Eine Geschichte, genauso wie sie in der Bibel steht, werden wir wohl nicht erleben. Aber wenn wir uns auf diese Erz\u00e4hlungen einlassen, versuchen ihnen auf den Grund zu gehen, dann k\u00f6nnen wir auch etwas aus unserem Leben und Glauben darin entdecken, dann beginnt Gott auch zu uns in diesen Geschichten zu sprechen. Und wir werden ihn in unserer Sprache heute h\u00f6ren und verstehen: je nach Alter und Charakter n\u00fcchterner, cooler oder auch ganz anders. Ich hatte den Eindruck, der Sch\u00fcler war halbwegs zufrieden mit dieser Antwort. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zur Verkl\u00e4rung Jesu \u2013 warum meldet sich Gott nicht bei mir wie in der Bibel mit dem brennenden Dornbusch? Aus der Predigt vom 8. 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