{"id":2720,"date":"2020-12-20T16:37:53","date_gmt":"2020-12-20T15:37:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/?p=2720"},"modified":"2021-01-30T19:20:05","modified_gmt":"2021-01-30T18:20:05","slug":"fuerchte-dich-nicht-maria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/?p=2720","title":{"rendered":"F\u00fcrchte Dich nicht, Maria!"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-small-font-size\">Gedanken zur Ank\u00fcndigung der Geburt Jesu nach Lk 1,26\u201338 von Helga Bresich, Predigt aus der Wortgottesfeier vom 20. Dezember 2020.<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde von St. Nikolaus!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin hier, wie man so sch\u00f6n sagt, \u201ea Zuagraste\u201c. Meine urspr\u00fcngliche Heimat liegt im Burgenland in einem Ort mit einer gro\u00dfen Marien-Wallfahrtskirche.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Maria zu beten war selbstverst\u00e4ndlich. Es gab keinen Gottesdienst, an dem kein Marienlied gesungen wurde. Am gro\u00dfen Frauentag, am 15. August, haben praktisch den ganzen Tag \u00fcber die Glocken gel\u00e4utet, um die Wallfahrer aus der Umgebung, zu begr\u00fc\u00dfen, auch \u00fcber die Grenze nach Ungarn hinaus. Am Kraftplatz \u201eMaria auf der Heide\u201c. Mehr als zwanzigmal habe ich mich selbst auf die Wallfahrt gemacht von einem Wallfahrtsort zu einem noch gr\u00f6\u00dferen Marienheiligtum.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df, dass viele Menschen mit der Marienfr\u00f6mmigkeit nichts anfangen k\u00f6nnen, sich nicht damit identifizieren k\u00f6nnen. Doch Kitsch ist das, was man daraus machen kann. Ich habe gelernt, dass die Verehrung Marias sehr menschliche, sehr ernst zu nehmende Gr\u00fcnde hat. Maria ist den Menschen in ihren Lebenserfahrungen nahe; sie ist greifbar, hat Verst\u00e4ndnis<\/p>\n\n\n\n<p>Im Evangelium haben wir den Anfang der Geschichte mit Maria in der Bibel geh\u00f6rt. Es gibt in der Kunst unz\u00e4hlige Darstellungen dieser Szene. Ein blond gelocktes Fl\u00fcgelwesen trifft auf eine junge Frau in kostbarer Kleidung, dem\u00fctig, unterw\u00fcrfig. Licht umstrahlt sie, und die Taube schwebt \u00fcber ihr. An Maria wird h\u00e4ufig in der kirchlichen Auslegungsgeschichte ihr Gehorsam und ihre Jungfr\u00e4ulichkeit hervorgehoben. Ihr \u201eJa\u201c gilt als das Vorbild f\u00fcr das \u201eJa\u201c der Kirche zu Gott. Da gibt es aber noch ganz andere Facetten.<\/p>\n\n\n\n<p>Exegetisch betrachtet, verbindet das heutige Evangelium zwei Erz\u00e4hlmuster, die immer wieder in der Bibel zu finden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Das erste ist die Ank\u00fcndigung eines Sohnes, die folgendes Muster aufweist: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Gott oder ein Engel<\/li><li>k\u00fcndigt die Geburt eines Sohnes an,<\/li><li>bestimmt einen Namen f\u00fcr das Kind und<\/li><li>bezeichnet die Aufgabe des Kindes in der Welt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Beispiele daf\u00fcr sind die Ank\u00fcndigung der Geburt von Isaak (Gen 17,19) oder Johannes, dem T\u00e4ufer (Lk 1,13\u201317). Damit verwoben ist ein zweites typisches Erz\u00e4hlmuster der Bibel: die Berufungserz\u00e4hlung eines Propheten. Diese besteht aus:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Gott oder ein anderes himmlisches Wesen<\/li><li>nennt eine Aufgabe f\u00fcr den Propheten.<\/li><li>Es folgt ein Einwand des Propheten, dieser Aufgabe nicht gewachsen zu sein.<\/li><li>Dieser wird widerlegt,<\/li><li>zum Abschluss erfolgt ein Zeichen der Ermutigung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Erinnern Sie sich noch, was wir heute geh\u00f6rt haben?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Maria wird ein Sohn angek\u00fcndigt, und sie wird nach der Art der Propheten berufen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wird spontan und unerwartet von Gott zu einer gro\u00dfen Aufgabe berufen: der Geburt des Sohnes. Dieser ist der verhei\u00dfene Messias, der \u201eGesalbte\u201c aus Davids K\u00f6nigsgeschlecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sehe das so: Der liebende Gott kommt auf Maria zu, er traut ihr etwas zu, er mutet ihr Schwieriges zu und schenkt ihr den Mut dazu. Er sagt ihr seine liebevolle Wertsch\u00e4tzung und Unterst\u00fctzung zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria willigt, ganz im prophetischen Geiste, trotz aller Bedenken, in die Aufgabe ein, die ihr von Gott zugedacht ist. Und Maria erweist sich der Berufung, ihrer Erw\u00e4hlung durch Gottes Liebe als w\u00fcrdig. Sie ist eine wahre \u201eGottesmagd\u201c. So reiht sie sich ein mit Mose und Abraham, die ehrenhalber \u201eGottesknecht\u201c genannt werden. Wie sie hat sie sich von Gott in Dienst nehmen lassen. Sie wird nicht klein gemacht, sondern gro\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Lukas schildert uns Maria als Vorbild des Glaubens und als mutige Frau, die sich mutig auf Gott einl\u00e4sst, staunt und vertraut. Sie bringt durch Jesus eine neue Ordnung in die Welt. Eine Ordnung der N\u00e4chstenliebe und F\u00fcrsorge.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ordnung, die eher weiblich als m\u00e4nnlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Johannes berichtet nichts \u00fcber diese Szene. Und doch beschreibt er Maria als eine, die die Dinge \u00e4ndert, wandelt. Mutig greift sie auf der Hochzeit zu Kana ein und bittet Jesus, sich um den Wein zu k\u00fcmmern. Jesus tut sein erstes Wunder, wandelt Wasser zu Wein. Er bringt die Freude in das Leben der Menschen und beginnt sein Heilswirken. So bringt Maria Neues auf den Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00fcnschen wir uns als Weihnachtsgeschenk mehr Mut. Mehr Mut, sich ber\u00fchren zu lassen von etwas, das gr\u00f6\u00dfer ist als man selbst, gr\u00f6\u00dfer als das eigene Wissen, als der eigene Verstand. Wie Maria es getan hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zur Ank\u00fcndigung der Geburt Jesu von Helga Bresich, Predigt aus der Wortgottesfeier vom 20. Dezember 2020.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2470,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2720","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-pfarrleben"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2720","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2720"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2720\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2730,"href":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2720\/revisions\/2730"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2470"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2720"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2720"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2720"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}