{"id":2422,"date":"2020-10-25T19:08:00","date_gmt":"2020-10-25T18:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/?p=2422"},"modified":"2021-01-30T19:19:43","modified_gmt":"2021-01-30T18:19:43","slug":"das-mittel-fuer-gottes-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pfarresanktnikolaus.at\/wp\/?p=2422","title":{"rendered":"Das Mittel f\u00fcr Gottes Liebe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-small-font-size\">Ansprache zu Mt 22,34-40 und Ex 22,20-26 von Ulrike Heimhilcher-Dohnal, Predigt aus der Wortgottesfeier vom 25. Oktober 2020.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer politische Diskussionen \u2013 besonders in Wahlkampfzeiten \u2013 im Fernsehen verfolgt, kennt das Ph\u00e4nomen. Es geht oft nicht um die Sache, um das Thema oder das Problem, sondern nur um den Versuch, den anderen mit einer <strong>Frage aufs Glatteis zu f\u00fchren<\/strong>. Und genau das gibt es auch schon zur Zeit Jesu, wie wir im Evangelium geh\u00f6rt haben. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder versuchen bestimmte Gruppen Jesus im Gespr\u00e4ch auf die Probe zu stellen, auszutesten. Einmal sind es die Pharis\u00e4er, einmal die Sadduz\u00e4er. Diesmal ist es ein Gesetzeslehrer, der Jesus eine <strong>Fangfrage<\/strong> stellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Er m\u00f6chte von ihm wissen, welches <strong>das wichtigste Gebot<\/strong> ist. Dabei denkt er nicht nur an die zehn Gebote, die auch f\u00fcr uns von richtungsweisender Bedeutung sind. Er meint auch die vielen religi\u00f6sen Vorschriften, die dar\u00fcber hinaus in der Tora stehen. Aus der Sicht des frommen Rechtsgelehrten kann Jesus die Frage nur <strong>falsch <\/strong>beantworten. Denn \u2013 entscheidet er sich f\u00fcr eines der Gebote, kann man ihm vorwerfen, die anderen nicht zu kennen, geringzusch\u00e4tzen oder gar zu missachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus l\u00e4sst sich mit dieser Fragestellung nicht provozieren. Er geht auf diese \u201e<strong>entweder \u2013 oder\u201c Rhetorik<\/strong>, \u201eentweder das eine oder das andere Gebot\u201c, gar nicht ein. Mit seiner Antwort verwandelt er die Fangfrage des Schriftgelehrten in eine Frage nach der Bedeutung, nach dem Sinn der Gebote. Und die Antwort Jesu bedeutet: Die Mitte, das Zentrum aller Gebote ist das <strong>Gebot der Liebe.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe \u2013 ist <strong>das gro\u00dfe<\/strong> <strong>Gef\u00fchl,<\/strong> ohne dem kaum ein Lied, ein Gedicht, ein Roman oder irgendein Kunstwerk auskommt. Liebe ist die Ursehnsucht des Menschen. Ohne Liebe zu empfangen, kann das Kind nicht wachsen und gedeihen. Liebe l\u00e4sst Menschen Gro\u00dfartiges vollbringen und Liebe l\u00e4sst uns einfach nur gl\u00fccklich sein. &nbsp;Hingegen \u2013 entt\u00e4uschte und missbrauchte Liebe f\u00fchrt zu Unheil und Trag\u00f6die. Auch davon erz\u00e4hlen Dichtung, Musik und Kunst.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Liebe in der Bibel, im Evangelium?<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus spricht von der Liebe nicht als dem gro\u00dfen Gef\u00fchl. Sondern: <strong>Liebe ist<\/strong> <strong>das<\/strong> <strong>Gebot<\/strong>: Du <strong>sollst<\/strong> den Herrn deinen Gott lieben und du <strong>sollst<\/strong> deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst. Es geht Jesus also um <strong>eine Haltung<\/strong> \u2013 zu Gott, zu sich selbst und zu den anderen. Denn Liebe als gro\u00dfes Gef\u00fchl kann man nicht einfordern. Eine Haltung, ein Gebot allerdings schon!<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn Liebe ein Gebot, eine Haltung ist, dann meint Jesus das nicht theoretisch, sondern <strong>konkret und praktisch<\/strong> \u2013 ganz so wie es der biblischen Tradition und dem j\u00fcdischen Glauben entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Erinnern wir uns an die <strong>Lesung <\/strong>aus dem Alten Testament. Da haben wir geh\u00f6rt:&nbsp;wir sollen die Schwachen unter uns \u2013 genannt werden an dieser Stelle die Fremden, die Witwen und die Waisen \u2013 nicht ausn\u00fctzen. Und wir sollen Mitleid zeigen, und nicht in jedem Fall auf unserem Recht bestehen. Die Rede ist da vom Armen, dem wir nicht auch noch seinen letzten Mantel nehmen sollen. Auch dann nicht, wenn der uns als Pfand eigentlich zustehen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht hier um <strong>Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. <\/strong>Die<strong> machen die Liebe also konkret. <\/strong>Und Gott fordert diese Haltung der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sehr entschieden und nachdr\u00fccklich von uns ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese <strong>innere Verbindung<\/strong> von Gottes- und N\u00e4chstenliebe kommt auch in einer alten j\u00fcdischen Geschichte sehr sch\u00f6n und ber\u00fchrend zum Ausdruck. Ob Jesus diese Geschichte gekannt hat, als er das Gebot der Gottes-, Selbst- und N\u00e4chstenliebe formuliert hat?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte geht so:<\/p>\n\n\n\n<p>Ein <strong>engherziger <\/strong>Mann redete den gelehrten Rabbi an: <em>Es hei\u00dft, ihr gebt den Leuten heimlich Heilmittel und eure Mittel seine wirksam.<\/em> <em>Gebt mir eines, damit ich <strong>Ehrfurcht vor Gott<\/strong> erlange.<\/em> <em>F\u00fcr die Ehrfurcht vor Gott, <\/em>sagte der Rabbi,<em> habe ich <strong>kein<\/strong> Mittel. Aber wenn ihr wollt, k\u00f6nnt ihr eins f\u00fcr die <strong>Liebe Gottes<\/strong> erhalten.<\/em> <em>Das ist mir noch erw\u00fcnschter<\/em>, rief jener, <em>gebt es nur her.<\/em> <em>Das Mittel f\u00fcr die <strong>Liebe Gottes<\/strong>, <\/em>antwortete der Rabbi,<em> ist die <strong>Liebe zu den Menschen<\/strong>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>DAS MITTEL F\u00dcR DIE <strong>LIEBE GOTTES<\/strong> IST DIE <strong>LIEBE ZU DEN MENSCHEN<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nehmen wir diesen Satz als Zusage und auch als Auftrag mit in die neue Woche, in unseren Alltag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ansprache zur inneren Verbindung von Gottes- und N\u00e4chstenliebe von Ulrike Heimhilcher-Dohnal, Predigt aus der Wortgottesfeier vom 25. 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