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Zur Geschichte der Pfarre St. Nikolaus Die Pfarre Inzersdorf St. Nikolaus ist aufgebaut. Die Priester wohnten in Wien heute jener Teil des 23. Wiener Gemeinde‑ und kamen nur zum Messelesen, dadurch bezirkes, der von der Pottendorfer Bahnli‑ war Inzersdorf schlecht betreut. Das einer nie im Norden und Osten, von der Landes‑ seits und die Zugehörigkeit des neuen grenze Wien‑Niederösterreich im Süden Gutsherrn zum lutherischen Bekenntnis und von der Autobahn im Westen begrenzt andererseits bewirkte, daß Inzersdorf eine wird. Früher war Inzersdorf eine eigene Hochburg des Protestantismus wurde. politische Gemeinde und reichte weit in 1579 wurde das "Auslaufen" zum prote- den heutigen 10. Bezirk hinein. stantischen Gottesdienst nach Inzersdorf Inzersdorf St. Nikolaus ist eine der ältesten und Hernals bei Strafe verboten. Erst rund Pfarren der Erzdiözese Wien. Die Grün‑ 100 Jahre später begann in Inzersdorf wie dungsurkunde, datiert vom 15. September der ein katholisches Pfarrleben. 1217, ist nur in einer Abschrift erhalten. Nach der großen Pest 1679, die Inzersdorf Aus ihr geht hervor, daß die Schloßkapelle ziemlich verschont hatte, errichteten die des Ritters zu Inzersdorf mit den Pfarrech‑ Bewohner aus Dankbarkeit eine Marien- ten ausgestattet war. In der Folge erlebte säule gegenüber der Kirche. Ob es die die Ortschaft und die Pfarre schwere wech‑ Marienstatue ist, die derzeit in der Kirche selvolle Zeiten: Pest, Hungersnot, Krieg, steht, ist nicht erwiesen. Überfälle, Plünderungen und Brandschat‑ Im 2. Türkenkrieg 1683 wurde Inzersdorf zungen. Vorbeiziehende Kreuzfahrer total zerstört. Es dauerte rund 60 Jahre, bis brachten wahrscheinlich die Verehrung sich die Pfarre wieder einigermaßen erholt des Hl. Nikolaus nach Inzersdorf. hatte und die Kirche wieder hergestellt war 1452 wurde am Wienerberg einer der (Renovierung 1744). 1817 zerstörte ein Wiener Hinrichtungsstätten gehörte Brand die gotische Kirche. Der damalige aber zu Inzersdorf, eine Gedenksäule er‑ Gutsbesitzer, Herzog von Corigliano, ließ richtet "Spinnerin am Kreuz". Über den sie in der heutigen Form neu bauen: Rund Bauherrn und seinem Motiv gibt es viele bau mit Altarapsis, Portikus und Campa- Sagen, historisch Gesichtertes haben wir nile im oberitalienischen Klassizismus. Der nicht. Sie liegt heute nicht mehr in unserem Bau wurde 1820 vollendet. Im Jahre 1846 Pfarrgebiet. Gott sei Dank blieb sie trotz wurde die Kirche vom Gutsbesitzer Alois aller Wirrnisse unserer Zeit erhalten. Miesbach vergrößert. Er ließ für den Im Jahre 1529 wird ein Großteil von In‑ Hochaltar und die Sakristei einen Zubau zersdorf zerstört, auch das Pfarrhaus. Es errichten. Seit damals schmückt den Hoch wurde nach dem Krieg nicht gleich wieder altar auch das große Kreuz, eine Nachbil‑ Fortsetzung unten links Fortsetzung oben.................
dung des bekannten Lettner‑Kreuzes von fin Auersperg. Die Ziegelwerke gingen an St. Stephan, das 1945 fast völlig zerstört den jeweiligen Besitzer der Herrschaft In wurde. zersdorf über. Der wohl bedeutendste 1860 ließ Heinrich Ritter Drasche von Mann war Alois Miesbach, der im Jahre Wartinberg an der Ostseite der Kirche eine 1820 die verschiedenen Ziegeleien am Wie‑ Kapelle dazubauen, als Grabkapelle für nerberg von Herzog Corigliano pachtete seinen Onkel Alois Miesbach und für das und schließlich die Gutsherrschaft zu In- Haus Drasche. 1978 wurde diese Kapelle zersdorf mit allen Ziegeleien erwarb. Im renoviert und Marienkapelle benannt und Jahre 1830 war Alois Miesbach bereits der dient seither als Wochentagskapelle. 1899 alleinige Eigentümer aller Wienerberger wurde der Turm renoviert, das Kirchen‑ Ziegelwerke. 1857 starb er und hinterließ dach neu eingedeckt, die Malerei ausgebes‑ seinem Neffen Heinrich Ritter Drasche sert und in der Kirche eine Gasbeleuchtung von Wartinberg seinen gesamten Besitz. installiert. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Die Arbeiterschaft dieser Ziegelwerke Kirche schwer beschädigt. Die fundamen‑ machte alle Höhen und Tiefen der Arbei- tale Wiederherstellung geschah in den Jah‑ terbewegung durch. Das Ende dieser Zie- ren 1955‑60. Eine Generalsanierung und gelwerke kam erst in den letzten Jahren Renovierung erfolgte 1980/81: Mauer‑ durch Erschöpfung des Bodens. trockenlegung, neuer Fußboden mit Hei‑ zung, neue Kirchenfenster von Prof. Lehmden, Bänke und Umgestaltung des Altarraumes nach den Erfordernissen der Liturgiereforrn. Außen wurde die ur‑ sprüngliche Gestaltung und Gliederung wieder hergestellt und sowohl die Kirche als auch der Turm neu bemalt und der Turm wieder mit einer Uhr versehen.
Wir bitten Gott und bemühen uns, daß die so wieder hergestellte St. Nikolaus‑Kirche Zentrum der religiösen und geistigen Prä‑ gung unserer Pfarrgemeinde sein möge. Prägend für Inzersdorf war neben der Guts- herrschaft, dem Bürger- und Bauerntum, vor allem auch die Arbeiterschaft. Entscheidend dafür war die Wienerberger Ziegelfabrik. Sie wurde im Jahre 1775 durch Verordnung der Kaiserin Maria Theresia gegründet. Die Gutsherrschaft Inzersdor war damals im Besitz der Grä- Fortsetzung rechts oben....... Eingescannt von "Eine Pfarrgemeine stellt sich vor" Artikel von Altpfarrer J. Pucher
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